Praktika

Das Handwerkspraktikum

In der 9. Klasse arbeiten die Schülerinnen und Schüler für zwei Wochen in einem Handwerksbetrieb mit und gewinnen auf diese Weise einen ersten Einblick in die Abläufe eines Betriebes und die Zusammenarbeit, die notwendig ist, um gemeinsam etwas zu produzieren.

Das Feldmessen

In der 10. Klasse fahren die Schüler zum Feldmesspraktikum, eine Besonderheit aller Waldorfschulen. In knapp zwei Wochen vermessen die Schüler ein ca. 600m x 400m großes Gelände mit entsprechenden professionellen Geräten und zeichnen hiervon eine detailgetreue Karte. Sie erlernen, wie Mathematik hier in Form der Trigonometrie unmittelbar angewandt werden kann, für die Schüler ein äußerst befriedigendes Resultat. Sich an objektive, nicht diskutierbare und doch anschaulich-räumliche Gegebenheiten zu halten, stärkt die praktische Urteilskraft der Schüler, ist doch sofort offensichtlich, wenn ein falsches Messergebnis vorliegt. In einer Lebensphase, in der die Jugendlichen nach der inneren und äußeren Ausrichtung suchen, kommt ihnen im Praktikum entgegen, wie es Menschen geschafft haben, sich im Raum zu orientieren, – eine entsprechende und zugleich sachliche Hilfestellung für die Wogen der Jugend.

Das Landwirtschaftspraktikum

Die Schüler der 10. Klasse gehen für zwei bis drei Wochen auf Bio-Bauernhöfe und tauchen in eine ganz andere Welt ein. Sie erfahren echte Lebenszusammenhänge und beschäftigen sich mit der Ernährung der Menschheit und der Fruchtbarkeit der Erde.

Das Sozialpraktikum

In der 11. Klasse suchen sich die Schülerinnen und Schüler einen Praktikumsplatz in einer sozialen Einrichtungen, in dem sie für die Dauer von drei Wochen mitarbeiten. Oftmals kommen sie in dieser Zeit zum ersten Mal in Kontakt mit dieser Seite des Lebens und erleben sich selbst in einer Rolle, in der es darum geht, sich einzusetzen für die Lebensqualität anderer Menschen. Einige Schülerinnen und Schüler arbeiten während ihres Sozialpraktikums für unsere Partnerschule in Rosia, Rumänien.

Florenz und das Kunstpraktikum in Azzano

Die große Kunstreise der zwölften Klasse nach Italien beginnt mit einem einwöchigen Aufenthalt in Florenz. Hauptthema ist dabei die Renaissance. Rundgänge, Museums- und Kirchenbesuche, viele Gelegenheiten zum Zeichnen und zum Singen in den Kirchen, ja das Leben mitten in dieser alten Stadt, all dies ermöglicht es den Schülern, die Zusammenhänge dieser Epoche lebendig und anschaulich nachzuvollziehen.

Im Anschluss an die einwöchige Kunstreise nach Florenz findet das vierzehntägige Steinbildhauerpraktikum in Azzano/ bei Carrara/Italien statt. Die ganztägige Arbeit mit dem Marmor, der sich nur mühsam und langsam formen lässt, fordert in intensiver Weise das Durchhaltevermögen und die Willenskräfte heraus. Es entstehen beeindruckende Werke: mit den eigenwilligen Grundgestalten der gefundenen Steinbrocken haben die Jugendlichen einen individuellen Formgedanken, eine Figur eingemeißelt und sich so symbolisch selbst gefunden.